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Lomo.Home
Die
Fotografie gehört schon seit Jahren zu meinen Leidenschaften. 2004 habe ich „die
Lomo“ für entdeckt und experimentiere ganz im Sinne der Lomographen damit
herum. Ich bin also auf dem besten Weg zum LOMO-Sapiens!
Zur
Lomographie hat es mich hingezogen. Ich fand im September 2004 im BMW-Magazin
einen Artikel
über die Kunst der Lomographie. Den gelesen, zog ich sofort los, besorgte mir
eine LOMO LC-A und ging auf die Pirsch. Mich fasziniert im Zeitalter der
Megapixel-Superperfekt-Digitalfotografie den Schritt zurück zu den Anfängen der
alltäglichen Fotografie zu machen. Dorthin wo alles begann: zum Schnappschuss
aus der Kodak-Ära.
Hier
kommt man zu zwei sehr interessanten Artikeln der Los Angeles Times über
Lomographie:
1. 'Lomography' Clicks With Shutterbugs
(September 29, 1996|Lynn BERRY)
2. Lomography: A world of film and plastic camera
(September 14, 2011|Robert LACHMAN)
>> Wenn ich mit
meiner LOMO unterwegs bin, fühle ich mich wie ein Jäger. Die Tatsache, dass man
mit diesem fotografischen Dinosaurier auch noch aus der Hüfte 'schießt' verstärkt
diesen Eindruck. Im Zeitalter der superperfekten Digitalfotografie setze ich
durch meine spontane Arbeit mit der LOMO einen Kontrapunkt: den Schnapp-Schuss.<<
Mittlerweile
(Dezember 2010) sehe ich das Thema nicht mehr puritanisch, denn ich verwende
für manche Aufnahmen ab und zu auch eine Digitalkamera. Wie soll denn das
gehen? Nun ja, ich verwende eine „lomonized“ Canon IXUS 800 IS,
wobei ich die Kamera speziell so eingestellt habe, um ANNÄHERND den typischen
optischen Ausdruck (Vignette und Farbverhalten) eines Original LOMO-MINITAR-1-
Objektives zu erhalten. Nach wie vor gilt: Ich bearbeite die Aufnahmen nicht am
Computer, denn es gilt prinzipiell das Schnapp-Schuss-Prinzip!
Aber sehen Sie
selbst:
ФОТО ЛОМОKОМО
My Lomo.Home at www.lomography.com: ...search for “LomoKomo”

Beginner-Lomos,
optische Illusionen, Hintergründiges: www.komor.de/lomography
2010: Veröffentlichungen
Meine
Lomographien gefallen immer mehr Menschen.
So
wurden diese beiden Aufnahmen als Leserfoto des „Mannheimer Morgen“
ausgewählt und veröffentlicht - eine halbe Zeitungsseite groß!
Das Geheimnis der Lomographie
Lomographie
klingt nach Wissenschaft, ist aber genau das Gegenteil. Lomographie ist die
Kunst des spontanen, völlig unbedarften Schnappschusses – ganz ohne
kopflastigen Hintergrund. „Lomo“ ist somit auch keine
welterklärende lateinische Präzisionssilbe, sondern ist die Typbezeichnung
eines russischen Fotoapparates der 60er Jahre: Lomo LC-A hieß das beliebte
sowjetische Kleinbild-Instrument: LOMO Compact Automat LC-A,
LOMO="Leningradskoje Optiko Mechanitschéskoje Objedinjénie".
Zu
Beginn der 90er Jahre entdeckten ein paar wiener Studenten eine kleine,
mysteriöse, russische Kamera, die Lomo Compact Automat, und kreierten mit ihren
ersten ungewöhnlichen Schnappschuss-Aktivitäten einen neuen
künstlerisch-experimentellen Fotostil: Möglichst viele Fotos - Lomographien -
in möglichst unmöglichen Situationen und aus
möglichst ungewohnten Positionen schießen, und diese dann möglichst billig
entwickeln lassen. Das Resultat ist eine Flut von authentischen, bunten,
verrückten, schrägen, ungewohnten, oft brillanten Schnappschüssen, die - auf
Foto-Tableaus zu einem Meer mit tausend Lomographien zusammengefügt - durch
ihre Farb- und Ausdruckskraft regelmäßig die Betrachter begeistern. Große
Ausstellungen in Moskau, New York, Wien, Berlin, St. Petersburg, Peking,
Havanna, Zürich, Köln, Madrid, Cairo, Tokyo und vielen anderen Städten, in
denen bis zu 100.000 Lomographien gezeigt wurden, haben die Lomographie
international bekannt gemacht.
Was also im Wiener Underground als fotokünstlerische Idee spontan
begann, entwickelte sich zu einer breiten und internationalen soziokulturellen
Bewegung. Einerseits durch die Produkte, die seither neu "entdeckt"
bzw. selbst entwickelt und vertrieben wurden: Ungewöhnliche
Schnappschuss-Kameras (wie z.B. 4- und 8-Linsen-Kameras), Die Lomographische
Gesellschaft International und die mehr als 60 so genannten Lomographischen
Botschaften (seit 1997 auch die Lomographische Botschaft Deutschland) in 35 Ländern veranstalten regelmäßig
kulturelle Events. Die eigens inaugurierten Lomographischen BotschafterInnen
kümmern sich um die regionalen Lomographie-Freunde und führen alle möglichen
Aktionen durch, wie z.B. Ausstellungen, Feste, Shows, lomographische Shootings
und Reisen, Publikationen, internationale und lokale künstlerische Projekte und
Kooperationen in den Bereichen Film, Musik und neue Medien sowie jährliche
weltweit ausgetragene Veranstaltungs- und Wettbewerbsserien.
Das soziale und visuelle Credo der Lomographie hat die Funktion
und Ästhetik der Fotografie in den 90er Jahren stark beeinflusst. Die
lomographische Idee - sei schnell, don't think, sei offen gegenüber deiner
Umgebung, nimm alles auf, sammle und habe Spaß an der Kommunikation - hat sich
zu einer eigenen Wahrnehmungs- und Kommunikationskultur entwickelt, die sich
über das lomographische Netzwerk verbreitet. Der kreative Ansatz - die
spielerisch-kreative Kombination von Low- und High-Tech und die Verknüpfung
einer Kultur-Institution mit einem kommerziellen Foto- und Designunternehmen -
gibt der lomographischen Bewegung eine sehr exquisite Rolle im Zeitalter der
globalen und grenzenlosen (Tele-)Kommunikation mit Sprache, Text und Bild.
Wo das alles hinführt? Die Lomographische Gesellschaft bastelt,
baut und tüftelt gemeinsam mit hunderttausenden, ja bald Millionen von
LomographInnen immer und immer weiter an dem immerwährenden lomographischen
Sisyphos-Projekt: dem LomoWeltarchiv - dem umfassendsten und vollständigsten
Schnappschussarchiv aller Zeiten mit allen, ja wirklich allen verrücktesten und
unmöglichsten An- und Augenblicken unserer Zeit! Wo sich dieses Archiv
befindet? In den Schuhschachteln der LomographInnen, auf den Stühlen, Tischen,
Kommoden und an den Decken, Böden und Wänden lomographischer Wohnungen, in
lomographischen Alben, Büchern und Ausstellungen, in den Lomographischen
Botschaften aller Welt, in der Zentrale der Lomographischen Gesellschaft in
Wien und als höchste Form der Selektion und Konzentration online im
"LomoWorldarchive" auf der weltumspannenden Kommunikations- und
Informationsschaltzentrale der Lomographie: www.lomography.com.
Und tatsächlich: Das Archiv wächst und wächst und wächst -
täglich, stündlich, jetzt, hier.
Oder kurz
gefasst: Fotografen, die sich den
Lehrbuchregeln verweigern, Kameras aus Russland oder aus Plasten und Elasten,
Bilder, die die Welt beschreiben. Das ist Lomographie.
Die
zehn goldenen Lomo-Regeln
1.
Nimm Deine Lomo überallhin mit.
2.
Verwende sie zu jeder Tages- und Nachtzeit.
3.
Lomographieren ist nicht Unterbrechung Deines Alltags,
sondern ein versteckter, bzw. inszenierter Teil desselben.
4.
Übe den Schuss aus der Hüfte
5.
Nähere Dich den Objekten Deiner fotografischen Begierde
so weit wie möglich.
6.
Don' t think
7.
Sei schnell!
8.
Du musst nicht im Vorhinein wissen, was auf Deinem Film
drauf ist.
9.
Im Nachhinein auch nicht.
10. Kümmere Dich nicht um
irgendwelche (goldenen) Regeln.
Die Qualität
… der LC-A - Bilder ist sehr gut. Das liegt
am Minitar 1, dem von Professor Michael Aronowitsch Radionow entwickelten
Objektiv. Diese Fotos haben auch den typischen LOMO-Charme.
Kaum zu glauben, aber wir haben es Wladimir Putin
zu verdanken, dass es die LC-A überhaupt noch gibt … hier ist die Geschichte
zum Nachlesen.
Begibt man sich jedoch in die Kunststoff-Welt von
ACTION-SAMPLER oder OKTOMAT, dann gibt es durchaus sehr interessante
Überraschungen hinsichtlich des Ergebnisses auf den Fotoabzügen. Das wird
manchmal mit diesem netten Beipackzettel in der Fototasche beschrieben:
"Sehr geehrter Kunde, der beiliegende Film
zeigt Verfärbungen. die zu einem Farbstich bei den Colorbildern führen. Es ist
jedoch kein Laborfehler, sondern es handelt sich um eine bereits vor der
Entwicklung eingetretene Veränderung in der Film-Emulsion. Die Ursachen können
unterschiedlicher Natur sein; z.B. Wärme- oder Feuchtigkeitseinwirkungen,
chemische Einwirkungen, ungeeignete Lagerung.
Wir empfehlen auch, Filme nicht über längere Zeit in der Kamera zu lassen.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Fotolabor".
Tja, die wissen halt immer noch nicht, dass es so
gehört und es Kameras gibt, die ein echtes Eigenleben führen…
LOMOTHEOSE – „die Verherrlichung der Lomographie“
Lomotheose (ΛΩΜΩθεός – „gebildet aus Lomographien“) nenne ich meine Art
mit Lomographien zu arbeiten, um diese zu einem neuen Ganzen zu erheben.
Das Ergebnis sind meine LOMOsaike. Ähnlich wie ein
Mosaik baue ich aus einzelnen Teilen (Lomographien) ein neues Ganzes –
ein LOMOsaik zusammen.
Der sich daraus ergebende neu geschaffene, zusätzliche
„Tunneleffekt“ passt gut zur Vignette des Minitar 1 –
Objektivs der LOMO LC-A und hat den Charakter einer optischen Täuschung. Erste
Ansätze gab es bereits in der Ausstellung „ … und alles ist
Natur“ zu sehen. Das Ganze habe ich im Lauf der Zeit präzisiert und baue
die Bilder nun exakter zusammen.
Hier verdeutlicht am Beispiel meiner geliebten Erdbeerfelder:

Lomosaik 2005

Lomosaik 2005

Lomosaik 2010

Lomosaik 2010

Lomosaik 2010

Lomosaik 2010

Lomosaik 2010
Das Ganze immer abstrakter. Mal sehen, wo das noch
hinführt…
Gedanken zur Ausstellung „... und alles ist Natur“
Meine
Themen in dieser Ausstellung sind die Kämpfer und Überlebenskünstler in der
Natur, die immer wieder ihren Weg finden, sowie ungewöhnliche Naturansichten.
Der Urvater aller ÜBER-Lebenskünstler für mich existiert leider nicht
mehr. Er hätte wohl noch länger gelebt, wenn man ihn nicht getötet, sprich
umgesägt hätte: Es ist ein Baum zwischen den beiden Richtungsfahrbahnen an der
A1 im Süden des Hamburger Stadtgebietes in Höhe der Autobahntankstelle
Stillhorn.
Als ich noch in Hamburg lebte, war dieser mächtige Baum - ich glaube es
war eine Buche - für mich das Zeichen, dass ich nun gleich zuhause bin und der
berufliche Stress vorbei ist. Der Baum war mächtig (Stammdurchmesser 40 bis 50
cm und eine Kronenhöhe von ca. 20 Meter!) und er trotzte dem Verkehr, Wind und
Hamburger Wetter.
Dieser Baum hat mich mit seiner Standfestigkeit und seinem Trotz immer
wieder beeindruckt. Doch leider, sah ich als im November 2004 wieder einmal in
Hamburg war, dass er nun doch weg ist. Wahrscheinlich hat der Leiter des
Straßenbauamtes gewechselt und der hat sicherlich – den Buchstaben
irgendeiner Verordnung folgend – den Baum fällen lassen.
C’est la vie!
Eigentlich wollte ich die Ausstellung ganz unter das Thema ÜBER-Leben -
Natur an den Rand gedrängt stellen.
Aber wie so oft im Leben kam es dann anders. Wenn man vor hat, sich
einem Naturthema fotografisch zu nähern und es ist schon spät im Jahr
(September), dann bleibt einem nicht mehr viel Zeit Grünes zu finden. Gerade
Überlebenskünstler der Natur, also Pflanzen, die im wahrsten Sinne des Wortes
"am Rande vegetieren“, streichen im Herbst nach dem ersten Frost
schnell die Segel und hoffen auf die ersten wirklich warmen Frühlingstage...
Außerdem ist mir bei meinen Streifzügen mit der LOMO in der Stadt und
auf freiem Feld so viel Festhaltenswertes begegnet, dass ich unterschiedliche
Themen aufgriff und diese jeweils in einen „Rahmen“ packte.
Nun habe ich neben dem Naturbezug auch einen stärker grafischen,
perspektivischen und konstruktiven Aspekt einfließen lassen.
Die Aufnahmen entstanden alle in und um Ladenburg, sowie im Mannheimer
Hafen von November 2004 bis Januar 2005.
P.S. (02.02.2005): Leider habe
ich heute feststellen müssen, dass ein weiterer ÜBER-Lebenskünstler umgebracht
wurde. An der Ladenburger Neckarwiese stand direkt am Neckar eine mächtiger
alte Weide. Ein Ast ragte über das Wasser und man konnte darauf gut sitzen und
klettern. Wir in der Familie haben ihn gerne als „Bank“ benutzt.
Diesen Baum hat man nun leider auch im Rahmen der Verschönerungsmaßnahmen
abgesägt (der Stamm war meiner Meinung nach kerngesund).
Meine Töchter und ich sind
darüber sehr traurig.
Folgende
20 Arbeiten wurden vom 18. bis 27. Februar 2005 im Domhof in Ladenburg ausgestellt:
Titel Größe cm
Abbild 55 x 55
Abdruck 70 x 100
Abgerundet rund 25
Abfahrt 55 x 55
Anhäufung 70 x 100
Anpassung 70 x 100
Ansicht 55 x 55
Ansicht
silber 55 x 55
Ansicht
weiß 55 x 55
Antlitz 70 x 100
Antrieb 55 x 55
Auferstehung 50 x 70
Aufsatz 30 x 90
Aufschnitt 50 x 70
Aufsicht 55 x 55
Aufstellung 70 x 100
Aufstieg 70 x 100
Aufteilung 50 x 70
Ausfuhr 70 x 100
Ausstoß 55 x 55
Warum beginnen alle
Titel mit „A…“?
Das
ist ein weiteres Element des Minimalismus meiner Lomographie: mit Wenig (Ab-,
An-, Auf-, Aus-) eine passende Aussage treffen rundet die Arbeiten in sich ab.
Hier noch ein bisschen was
Philosophisches
Forrest Gump:
“My mom always said: Life is like a
box of chocolates. You never know what you're gonna get.”
Ralf H. Komor:
“My LOMO is like a box of
…”
Homo
Faber:
„Was mir auf die Nerven ging: die Molche in jedem Tümpel, in
jeder Eintagspfütze ein Gewimmel von Molchen – überhaupt diese
Fortpflanzerei überall, es stinkt nach Fruchtbarkeit, nach blühender Verwesung.
Wo man hinspuckt, keimt es!“
Lomo
Sapiens:
„Was mir besonders gefällt: die Motive an jeder Ecke, bei
jedem Schritt eine Flut von Motiven – überhaupt diese Lomographie, überall
riecht es nach Fotoduell, nach blendenden Schnappschüssen.
Wo man hinsieht, klickt es!“
Ladenburg,
Frühjahr 2005 und Winter 2010
Ralf H.
Komor
ЛОМОKОМО